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Elenthiere und Höhlenbären

Schneeschuhwandern im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen

Strahlend blauer Himmel, in der Sonne funkelnde Schneekristalle und mittendrin wir, dick eingepackt, mit Schneeschuhen durch das dichte Weiß stapfend. Die klare Luft reinigt Nase und Lungen, jeder Schritt bringt Ruhe und Erneuerung.

Von der gemütlichen Dreiwiesenhütte geht’s auf die zweite Grebenzenhöhe und weiter zum Wilden Loch. Und dieser Name macht sich selbst alle Ehre! Handelt es sich doch um eine Höhle, wo einst ein Höhlenbär, ein Elen  – heute besser bekannt als Elch – und ein Edelhirsch ihre letzte Ruhestätte fanden. Es haben einmal tatsächlich „Elenthiere“, also Elche, in der Steiermark gelebt! Man vermutet, dass das wassersuchende Wild den schmelzenden Schnee trank, der sich in einer Mulde über der von Schneeverwehungen zugedeckten Höhe befand.  Durch die dünne Schneedecke stürzten die Tiere dabei in die Höhle hinab.

Gefunden wurden die Knochen in den 1850er Jahren vom St. Lambrechter Stiftsarzt Theodor Schiedler  und dem Grazer Realitätenbesitzer Arnold Plankensteiner. Mit einem Seil ließen sie einen  Knappen in die finstere Höhle hinunter, der bereits beim zweiten Versuch die Schädelknochen samt prachtvollen  Geweihen ans Tageslicht beförderte. Die sensationellen Knochenfunde kann man übrigens noch heute im Grazer Landesmuseum Joanneum besichtigen.


Artikel geschrieben von Martina Brückler
11. März 2012